Personalblog Public Affairs

aktueller Informationsdienst für Personalentscheider und Personalexperten aus Public Affairs-Agenturen

Wilder Westen Werbebranche

Mit dem Image der anderen kennen Werbeagenturen sich aus, ihr eigenes schert sie wenig – die Bewerber stehen doch Schlange. Bald lernen viele Berufsstarter die dunkleren Schattierungen der funkelnden Reklamewelt kennen: Ackern bis zum Anschlag, miese Bezahlung, fiese Verträge. In der Werbebranche heuerte Moritz Dornig mehr zufällig an. Acht Monate nach dem Studienabschluss arbeitete der 32-Jährige aus Oberfranken noch immer im elterlichen Autohaus, die Stellensuche gestaltete sich zäh. Ein Freund machte ihm Mut, es bei einer Werbeagentur zu probieren: „Du kannst doch so toll schreiben.“ Dornig zögerte, dann ergatterte er nach einem Copy-Test im vergangenen Sommer eines der begehrten Praktika beim Marktführer Serviceplan.

Weiterlesen auf SPIEGEL ONLINE:
http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/0,1518,761788,00.html

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Unternehmen setzen verstärkt auf Zusammenarbeit mit Regierungen

Kürzlich befragte die Beratungsfirma McKinsey Unternehmen weltweit zur ihren Beziehungen zu Regierung und Regulierungsbehörden und wie sie deren Bedeutung und Auswirkungen auf den Umsatz einschätzen.
Viele Top-Manager sind der Meinung, dass nach ihren Kunden die Regierungen und Regulierungsbehörden den bedeutendsten Einfluß auf den Wert ihres Unternehmens haben.
Obwohl Unternehmen in entwickelten Länder eher eine Verringerung des Umsatzes durch Regulierungen von außen erwarten, halten sie es für sinnvoll, mit Regierungen in Verbindung zu sein und zusammenzuarbeiten.
Weitere interessante Ergebnisse und Informationen dieser Studie unter: https://www.mckinseyquarterly.com/Managing_government_relations_for_the_future_McKinsey_Global_Survey_results_2751

Der betriebswirtschaftliche Nutzen von Lobbying

Warum werden Unternehmen politisch aktiv? Warum betreiben sie Lobbying, warum unterhalten sie Politikabteilungen und Hauptstadtbüros, warum beteiligen sie sich an politischen Debatten, warum investieren sie Geld in politische Zwecke?

Weil es betriebswirtschaftlich sinnvoll ist: Sie schützen und verbessern ihre Wettbewerbsposition, wehren Risiken ab, können besser und schneller auf Markt- und Gesetzesänderungen reagieren und sich anpassen. Je größer und diversifizierter Unternehmen sind, desto größer ist das Interesse an Politik, und ebenso ist es, wenn die Märkte dieser Unternehmen besonders stark reguliert sind, wenn das Unternehmen seine Produkte und Dienstleistungen an den Staat verkauft oder wenn Konkurrenten aus dem Ausland wichtig sind.

Marco Althaus greift hierzu in einem Blogbeitrag aktuelle Studienergebnisse des Journal of Management (Januar 2011, 37. Jg., Band 1) auf:
http://pamanager.blogspot.com/2011/01/was-treibt-unternehmen-in-die-politik.html

Brussels Leaks

Ein Großteil der Gesetzgebung wird in Brüssel gemacht – häufig hinter verschlossenen Türen, wie die Macher der neuen Plattform Brussels Leaks bemängeln. Mit ihrem kleinen Bruder von Wikileaks wollen sie der Öffentlichkeit Informationen zugänglich machen, die sich hinter solchen verschlossenen Türen verbergen. Es geht um Informationen aus Brüssel und dem Geflecht der Interessen um die Europäische Union und ihre Institutionen.

http://www.brusselsleaks.com

Lobbyisten unzufrieden mit Regierung

80 Prozent der befragten Public Affairs-Verantwortlichen sind mit der Kommunikation der Bundesregierung nicht zufrieden. Das geht aus einer Umfrage der Public Affairs- und Kommunikationsagentur MSL (ehemals Publicis Consultants) hervor. Besonders in den Bereichen Gesundheit, Arbeit und Soziales sowie Verbraucherschutz stellen die Umfrageteilnehmer der Bundesregierung kein gutes Zeugnis aus. 25 Prozent der Befragten gaben an, dass sich ihre Arbeit unter Schwarz-Gelb erschwert habe.

Gute Kritiken erhält Verteidigungsminister zu Guttenberg, der trotz Bundeswehrreform und Afghanistan-Einsatz von 70 Prozent der Public Affairs-Verantwortlichen positiv bewertetet wird.

Bürgerbeteiligung wird zur Herausforderung: Die Public Affairs-Profis sehen in der stärkeren Bürgerbeteiligung und den damit verbundenen kontroversen Debatten, wie zum Beispiel bei Stuttgart 21, eine große Herausforderung. 69 Prozent der Befragten gaben an, dass die Arbeit durch mehr direkte Demokratie erschwert würde. Nur Sechs Prozent glauben, dass die Arbeit in Zukunft leichter wird.

Ein weiteres Ergebnis der Public Affairs-Umfrage 2010: Der Trend zu steigenden Investitionen in den Bereich Public Affairs hält an. 41 Prozent der Interessenvertreter gaben an, im Jahr 2010 mehr Geld für Mitarbeiter ausgegeben zu haben. Darüber hinaus haben 51 Prozent, die finanziellen Mittel für ihre Public Affairs-Arbeit aufgestockt. Die Investitionen dienen auch dazu, Herausforderungen des Web 2.0 zu meistern sowie Chancen der zunehmenden Vernetzung zu nutzen.

Axel Wallrabenstein, Chairman der MSLGroup in Deutschland: „Die Bedeutung der Public Affairs-Branche in Deutschland nimmt stetig zu – online wie offline. Die steigenden Investitionen in den Bereich Public Affairs sind eine erfreuliche Entwicklung – gerade nach der Finanz- und Wirtschaftskrise.“

Zur Umfrage: http://www.mslgroup.de/wp-content/uploads/2010/10/101025_Ergebnisbericht-PA-Umfrage-2010_final.pdf

Lobbypedia: Lexikon des Lobbyismus im Wikipedia-Stil

LIn Lobbypedia will LobbyControl den Einfluss von Unternehmen und Lobbyorganisationen auf staatliche Einrichtungen, Gesetzgebungsprozesse sowie Medien und die öffentliche Meinung darstellen.

Nachrichten arbeiten mit Schlagworten, so sollte die kontroverse Diskussion rund um den Bahnhofsausbau in Stuttgart „Stuttgart 21“ jedem Bundesbürger ein Begriff sein. Doch was spielt sich hinter den Vorhängen ab, was für Verflechtungen gibt es abseits der Aussagen von Pressesprechern, Politikern und Wirtschaftsgrößen? Diese Aufgabe will zukünftig Lobbypedia übernehmen, so sollen Verflechtungen zwischen Politik, Wirtschaft und Verwaltung aufgezeigt werden – in verständlicher und übersichtlicher Form. Dabei spielen nicht nur Einzelpersonen oder Interessengruppen eine Rolle, sondern auch ganze Themenbereiche, wie eben Stuttgart 21, sollen umfassend beleuchtet werden.

Das Portal befindet sich momentan noch in der Beta-Phase, und anders als bei Wikipedia erlangt man nicht automatisch Schreibrechte. Die Betreiber wollen vorerst einen verlässlichen Stamm an Mitarbeitern aufbauen, 2011 sollen dann neue Mitglieder hinzugenommen werden. Zusätzlich will man Workshops für aktive Mitglieder anbieten.

Zur Seite: http://www.lobbypedia.de

Bloomberg mit neuem Infoservice für Lobbylisten

In der Finanzbranche und im Geldjournalismus sind Bloombergs Datendienste nicht wegzudenken. Überall stehen diese Terminals, die in Echtzeit „News that move markets“ bringen, und das kostet die Abonnenten hohe Gebühren. Nun steigt Bloomberg massiv in Polit-Infodienste ein, die vor allem Lobbybüros abonnieren sollen. Im Fokus: Monitoring zu Gesetzgebung, Haushalt, öffentlicher Auftragsvergabe, Wahlkampf, Kampagnen und Interessenvertretung. 5700 Dollar soll das Jahresabo für die Online-Datenbank kosten.

Zum Beitrag von Marco Althaus:
http://pamanager.blogspot.com/2010/10/bloomberg-government-finanzgigant.html