Personalblog Public Affairs
aktueller Informationsdienst für Personalentscheider und Personalexperten aus Public Affairs-AgenturenArchiv für April, 2009
Personalauswahl oft unprofessionell
Übereilte Entscheidungen, falsche Selbsteinschätzungen der Interviewer, mangelnde Kenntnisse der Rechtslage: Das ist das Urteil einer internationalen Studie über Personalauswahl des Beratungsunternehmens DDI. Knapp die Hälfte der 1.900 befragten Interviewer entscheidet sich in weniger als 30 Minuten für oder gegen einen Kandidaten. Deutsche Personaler scheiden dabei noch vergleichsweise gut ab. 66 Prozent nehmen sich für eine Personalentscheidung mehr als 30 Minuten, 25 Prozent mehr als eine Stunde Zeit.
Die Fragen, die im Bewerbungsgespräch von Rechts wegen verboten sind, kennen aber 60 Prozent der Interviewer nicht. 96 Prozent der deutschen Befragten wussten nicht, dass Fragen nach Familienstand und Alter unzulässig sind. Knapp mehr als die Hälfte hält laut der Studie Fragen nach ethnischer Herkunft und religiöser Zugehörigkeit für zulässig.
Die Mehrheit der Befragten schätzte die eigene Leistung in Bewerbungsgesprächen als gut bis sehr gut ein. Allerdings haben 48 Prozent nur ein informelles „training on the job“ durchlaufen und 16 Prozent gar keine Ausbildung absolviert.
Gehaltsentwicklung bei Bachelor
Zu Beginn des Bologna-Prozesses wurde der Bachelor aus Unkenntnis über die Bewertung meist dem FH-Diplom gleichgestellt. 2006 lag daher das Einstiegsgehalt für Bachelor-Absolventen durchschnittlich bei 36.918 Euro und für FH-Absolventen bei 37.783 Euro. Mittlerweile hat sich in den Unternehmen aber mehr und mehr die Erkenntnis durchgesetzt, dass es einen qualitativen Unterschied zwischen diesen beiden Abschlüssen gibt. Im vergangenen Jahr hat sich daher der Bachelor nur leicht auf 37.539 Euro verbessert, während FH-Absolventen im Durchschnitt schon 40.169 Euro jährlich verdienten Der Master liegt wie das Uni-Diplom mit 43.559 Euro beziehungsweise 43.012 Euro an der Spitze der Einstiegsgehälter, wobei der kleine Vorsprung bei den Master-Gehältern in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen ist.
Reputationsmessung kompakt: Leitfaden zum Download
Als Auftakt einer Reihe von Dossiers von DPRG Deutsche Public Relations Gesellschaft, Berlin und Universität Leipzig zu zentralen Themen des Kommunikations-Controlling klären Kerstin Liehr, Paul Peters und Ansgar Zerfaß in einer knapp 20-seitigen Publikation, was Reputation bedeutet und wie bei der Messung vorzugehen ist. Die Autoren verdeutlichen, mit welchen Methoden man die zentrale Zielgröße des Kommunikationsmanagements erfassen kann und welche Unterschiede dabei zu beachten sind. Sie stellen marktgängige Methoden (u.a. RepTrak, IREMS, Media Reputation Index) vor und beschreiben Fallbeispiele.
Das Dossier ist der Beginn einer Reihe, die die Universität Leipzig im Rahmen der Kooperation beim Portal communicationcontrolling.de mit dem Arbeitskreis „Wertschöpfung durch Kommunikation“ der DPRG initiiert hat. Praxisrelevante Themenfelder werden intensiv, allgemein verständlich und anschaulich dargestellt. Beschreibungen der Methoden, zentrale Kennzahlen, Fallstudien, ein Glossar und weiterführende Literatur/Links bieten einen kompakten Einstieg in die jeweilige Thematik. Die nächsten Dossiers werden sich mit der Evaluation der Presse- und Medienarbeit sowie dem Einsatz von Balanced Scorecards in der Kommunikation befassen.
Download des Dossiers: www.communicationcontrolling.de/…
PR-Agenturen melden 8,7 Prozent Honorarzuwachs für 2008
Die Umfrage fürs PR-Ranking 2008 ist ausgewertet und wurde am 7. April auf der Datenbankseite des PR-Journals veröffentlicht. 143 PR-Agenturen und -Berater sind im Gesamtranking vertreten – von denen 43 ihre Honorar- und Mitarbeiterzahlen durch ein Testat belegt haben (30%). Alle Agenturen melden 483,74 Millionen Euro an Honoraren und 4.533 Mitarbeiter. Dies ergibt beim Honorarumsatz für 2008 eine Steigerung um 8,7 Prozent gegenüber den Vergleichszahlen des Vorjahres. 2007 gab es bei Honoraren und Mitarbeitern noch einen Zuwachs von je zwölf Prozent.
Die Ränge 1 bis 5 für das Geschäftsjahr 2008 (in Klammer der Rang für 2007) werden von den Agenturen Pleon (1), Düsseldorf; Media Consulta (2), Berlin; fischerAppelt Kommunikation (4), Hamburg; Hering Schuppener, Düsseldorf (3) und Scholz & Friends PR Group, Berlin (5) belegt. Der Spitzenreiter Pleon beschäftigt an acht Standorten in Deutschland 366 Mitarbeiter und erzielte ein Honorar von 50,7 Millionen Euro.
189 Mitarbeiter/innen wurden (saldiert) neu eingestellt (+ 4,4%). Der Pro-Kopf-Umsatz errechnete sich für 2008 mit durchschnittlich 115.000 Euro. Diese Kennziffern zeigen bereits die in 2008 beginnende Rezession, die sich 2009 fortsetzen wird. So erwarten führende Vertreter der Branche für das PR-Ranking im nächsten Jahr zum ersten Mal seit dem Beginn der Erhebung vor 15 Jahren einen Rückgang der Honorare und Mitarbeiter.
Die schwierige Lage zeigt auch der Stellenmarkt. Das „PR-Journal“ hatte in seiner PR-Jobbörse in 2008 insgesamt 528 bezahlte Stellenangebote veröffentlicht – und war damit die größte PR-Jobbörse der Branche im Internet. Beim Vergleich der 1. Quartale 2008 und 2009 ergab sich nun ein Rückgang von 52 Prozent.
Außer dem Gesamtranking können zwölf Spezialrankings (z.B. nur die Testierten), sieben Ballungsraum-Rankings sowie weitere 20 Rankings für Kompetenz-Arbeitsfelder aufgerufen werden. So zeigt z.B. der Vergleich zwischen Gesamt- und GPRA-Ranking, dass die GPRA-Agenturen einen „Marktanteil“ von 41,2 Prozent haben. Das PR-Umsatzranking wurde bereits zum 13. Mal von Gerhard A. Pfeffer, Siegburg abgefragt und ausgewertet.
Hier noch der Link zum Gesamtranking: http://datenbanken.pr-journal.de/pr-agenturrankings
Scholz & Friends Agenda Agentur des Jahres
Bei den PR Report Awards 2009 ist die Entscheidung gefallen. Scholz & Friends Agenda mit Hauptsitz in Berlin ist die PR-Agentur des Jahres. Zum PR-Professional des Jahres wurde Thomas Voigt, Kommunikationschef der Otto-Group in Hamburg, gewählt. Überraschenderweise wurde die UNICEF-Kommunikationsmannschaft aus Köln zum PR-Team des Jahres gewählt. Studentin des Jahres wurde Julia Straub (26) von der Universität Stuttgart-Hohenheim. 377 Einzelkampagnen waren eingereicht, 77 schafften es auf die Shortlist, 16 Awards wurden vergeben.