Personalblog Public Affairs
aktueller Informationsdienst für Personalentscheider und Personalexperten aus Public Affairs-AgenturenArchiv für September, 2008
CHECKPOINT Karrieretag Public Affairs
Bereits zum dritten Mal vernetzt das Recruiting Event für die Public Affairs-Branche in Berlin Bewerber mit Arbeitgebern. Am 12. Dezember 2008 von 12 bis 21 Uhr stellen sich Public Affairs-Agenturen 100 ausgewählten Absolventen und Young Professionals vor und lernen dabei potentielle Mitarbeiter kennen.
VORTRÄGE, WORKSHOPS UND KARRIERECOACHING
Nach der Eröffnung um 13 Uhr werden Vorträge erste Einblicke in den Arbeitsalltag und die Einstiegsmöglichkeiten in Public Affairs Beratung geben. Die Vorstellung des Karriereguide Public Affairs und ein Karriereworkshop runden das Vortragsprogramm ab. Die während der Vorträge gesammelten Fragen können dann bei einer Podiumsdiskussion gestellt werden. Individuelle Fragen können die Teilnehmer auch an den Ständen der Agenturen auf der Karrieremesse klären und damit gleichzeitig mit potentiellen Arbeitgebern ins Gespräch kommen. Als besonderen Service können die Teilnehmer auf der Kontaktmesse Ihre Bewerbungsunterlagen von einem erfahrenen Karriere-Coach checken lassen und erhalten Tipps zum Berufseinstieg. Das genaue Tagungsprogramm und der Veranstaltungsort wird den Teilnehmern bei Ihrer Einladung mitgeteilt.
TEILNEHMER
Für die ausgewählten Teilnehmer ist die Kontaktmesse die ideale Plattform, um sich über Berufsbilder im Bereich Public Affairs zu informieren und erste Kontakte zu knüpfen. Sie richtet sich deshalb an alle Studenten, Absolventen und Young Professionals, die eine Karriere im Berufsfeld Public Affairs Beratung anstreben.Interessenten können sich hier bewerben. In Absprache mit den Arbeitgebern wird unter den Einsendungen eine Vorauswahl getroffen und 100 Bewerber werden zur Veranstaltung eingeladen.
PARTNER
Als Agentur erhalten Sie die Gelegenheit ausgewählte Bewerber vor Ort persönlich und unverbindlich kennen zu lernen. Darüber hinaus können Sie Ihr Unternehmen einem breiteren Publikum präsentieren und sich mit Kollegen im Bereich Recruiting austauschen. Durch die Vorauswahl qualifizierter Bewerber wird eine hohe Effizienz der Veranstaltung gewährleistet. Bei Interesse an einer Partnerschaft steht Ihnen gerne Florian Busch-Janser unter 030 – 20 45 98 50 sowie berlin@bjp.eu zur Verfügung.
Wachstumsmarkt Public Affairs
Die Mittel der in Deutschland tätigen Unternehmen und Verbände für Public Affairs steigen weiter. Selbst ein wirtschaftlicher Abschwung hätte keine Auswirkungen auf ihre Public Affairs-Arbeit. Dies ergab die jährliche Umfrage der Public Affairs- und Kommunikationsagentur Publicis Consultants unter Deutschlands Public Affairs-Verantwortlichen nach der parlamentarischen Sommerpause.
Mehr als ein Drittel der befragten Unternehmen gibt an, 2008 mehr Ressourcen für ihre Public Affairs-Arbeit einzusetzen. 28 Prozent haben ihre Public Affairs-Abteilung auch personell aufgestockt. Nur sieben Prozent haben weniger finanzielle Ressourcen für die Public Affairs-Arbeit aufgewendet, neun Prozent haben die betreffende Abteilung personell verkleinert. Die wirtschaftliche Situation hat dabei kaum Auswirkungen auf die Public Affairs-Arbeit der Unternehmen. Für knapp zwei Drittel der Befragten hat weder die stabile Wirtschaftsentwicklung in diesem Jahr Folgen für ihre Public Affairs-Arbeit gehabt, noch würde ein möglicher wirtschaftlicher Abschwung Kürzungen der Public Affairs-Etats nach sich ziehen.
61 Prozent der befragten Unternehmen arbeiten mit externen Beratern oder Agenturen zusammen. Immer mehr Unternehmen verzichten darauf, sich langfristig an eine Agentur zu binden. Stattdessen arbeiten sie auf Projektbasis mit externen Dienstleistern zusammen. Bei der Auswahl des Dienstleisters legen die Unternehmen Wert auf Erfahrung im politischen Bereich, Vernetzung mit Entscheidungsträgern und auf die Leistungen des Dienstleisters bei früheren gemeinsamen Projekten.
Was die Arbeit der Bundesregierung angeht, so ist bei den Public Affairs-Verantwortlichen inzwischen Ernüchterung eingekehrt. Besonders die Steuer- und Wirtschaftspolitik der Großen Koalition kritisieren die Befragten. Mit der Steuerpolitik sind über die Hälfte der Befragten unzufrieden, mit der Wirtschaftspolitik 37 Prozent.
„Eine der wichtigsten Erkenntnisse unserer Umfrage ist, dass klassische Wirtschaftspolitik für die Unternehmen wieder deutlich wichtiger geworden ist als Umweltpolitik“, sagt Axel Wallrabenstein, Geschäftsführer von Publicis Consultants. „Aber auch die Steuerpolitik bleibt 2009 eines der wichtigsten Politikfelder. Hier gibt es eine große Erwartungshaltung an die politischen Entscheider.“
Für das Wahljahr 2009 erwarten die Public Affairs-Verantwortlichen größere Auswirkungen auf ihre Arbeit durch die Europawahl als durch die Themen- und Personenprofilierung vor der Bundestagswahl.
Für die im August bereits zum siebten Mal durchgeführte Umfrage hat Publicis Consultants | Deutschland die Antworten von 43 Public Affairs-Verantwortlichen großer Unternehmen und Verbände in Deutschland ausgewertet. Insgesamt waren 225 Fragebögen versendet worden.
Weitere Informationen unter:
http://www.publicis-consultants.de/html/pages/research_studien_data5497.htm
experts opinion: Employer Branding – Herausforderung im Wettstreit um Talente
In Zeiten der konjunkturellen Schwäche, als Arbeitsplätze rar waren und Bewerbungen ganze Wäschekörbe gefüllt haben, mussten sich Unternehmen nicht besonders ins Zeug legen, um offene Stellen zu besetzen. Aussagen wie „Wir erwarten von unseren Kunden“ oder „Wir sind auf der Suche nach den besten Kunden“ würden im Vertrieb für blankes Entsetzen sorgen. Im Personalmarketing sind sie, übertragen auf Bewerber, auch heute noch an der Tagesordnung. Der kritische Blick auf die HR-Kommunikation vieler Unternehmen zeigt, dass Jobsuchenden häufig die kalte Schulter gezeigt wird. Bewerber werden häufig wie Bittsteller behandelt.
Der konjunkturelle Aufschwung hat das Blatt gewendet: Heute sind es die Unternehmen, die sich vor allem bei den High Potentials bewerben müssen. Nach Angaben des VDI (Verband der Ingenieure) konnten in Deutschland im letzten Jahr 48.000 offene Stellen für Ingenieure nicht besetzt werden. Die Verluste, die sich daraus für die Unternehmen ergeben, sind enorm: 20 Milliarden Euro Umsatz gehen der deutschen Wirtschaft pro Jahr durch den Mangel an Fachkräften verloren, so eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft.
Experten sind sich einig: Der „War for talents“ ist nach der Stagnation der letzten Jahre zurückgekehrt. Traditionelle Recruiting-Maßnahmen haben ausgedient, große Namen allein reichen nicht mehr, um Talente anzulocken. Erfolg im Wettstreit um die besten Köpfe verspricht die Zauberformel Employer Branding: der gezielte und strategische Aufbau einer Marke als attraktiver Arbeitgeber. Employer Branding folgt den Regeln der Markenkommunikation, lässt sich aber durch drei spezifische Wirkprinzipien der Kommunikation aufbauen oder stärken:
1) Konzentrieren und Pointieren
Analog zur Bildung der Unternehmensmarke muss auch die Arbeitgebermarke den USP genau definieren. Was macht das Unternehmen als Arbeitgeber einzigartig? Wo ist die Abgrenzung zum Wettbewerb? Identifizieren Sie jene Informationen und Botschaften, die zusammen ein stimmiges, einprägsames und glaubwürdiges Bild Ihres Unternehmens als Arbeitgeber vermitteln. Egal, ob Sie die Unternehmenskultur in einem Familienunternehmen oder die hohe Eigenverantwortung in den Vordergrund rücken – mit einem klaren Markenversprechen als Arbeitgeber bleiben Sie im Gedächtnis von Jobsuchenden haften.
2) Emotionalisieren und Personalisieren
Persönliche, glaubwürdige Ansprache überzeugt mehr als blutleere Versprechungen. Stellen Sie die Vorstellungswelt der Jobsuchenden und ihre emotionalen Bedürfnisse konsequent in den Mittelpunkt der HR-Kommunikation. Appellieren Sie an die Gefühle und Wünsche der Bewerber und machen Sie ihnen so Lust auf Ihr Unternehmen. Denn die Entscheidung für einen Arbeitgeber ist immer eine emotionale. Wissen Sie, was Ihre potenziellen Bewerber aktuell bewegt? Gestern noch war es die schnelle, steile Karriere, am besten im Ausland. Heute gewinnen flexible Arbeitszeiten und eine angemessene Work-Life-Balance an Bedeutung. Wer den Nerv der Zeit trifft, der trifft auch bei den Bewerbern ins Schwarze.
3) Integrieren und Penetrieren
Vereinzelte Maßnahmen sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Employer Branding dringt nur über eine abgestimmte Kommunikation über alle Kanäle hinweg zu den Jobsuchenden durch. Es gilt, PR und Werbung, Off- und Online-Kommunikation sowie interne mit externer Kommunikation zu verzahnen. Personalthemen fließen kontinuierlich in die Unternehmenskommunikation mit ein, genauso wie Informationen zum Unternehmen speziell für Jobsuchende aufbereitet werden müssen.
Bei allen Bestrebungen ist es von zentraler Bedeutung, glaubwürdig zu bleiben. Employer Branding ist nur dann erfolgreich, wenn das Markenprofil die Wirklichkeit im Unternehmen widerspiegelt. Wichtig sind in diesem Zusammenhang die Mitarbeiter. Als Botschafter des Unternehmens sind sie entscheidend für die Authentizität und Glaubwürdigkeit einer Marke. Ohne ihre Einbindung bleibt eine Arbeitgebermarke aufgesetzt und verpufft.
Angesichts des wieder entflammten Wettstreits um Talente ist ein Umdenken der Unternehmen hin zu Mitarbeitern und Jobsuchenden mehr als nötig. Nach dem Zeitalter der Kundenorientierung ist mit Employer Branding nun die Zeit für „Bewerber- und Mitarbeiterorientierung“ gekommen.
Autoren: Markus Eicher, Geschäftsführer wbpr München, Andrea Hiemer, Beraterin, wbpr München