Personalblog Public Affairs

aktueller Informationsdienst für Personalentscheider und Personalexperten aus Public Affairs-Agenturen

Neue Regeln für Lobbyisten erst nächste Legislaturperiode

Der Deutsche Bundestag wird frühestens in der nächsten Legislaturperiode über eine verstärkte Kontrolle von Lobbyisten entscheiden.
Eine Anhörung im Innenausschuss zu den Themen Lobbyistenregister, Karenzzeiten und Leihbeamte Mitte Juni hat offenbart, dass die Parteien in Fragen der Transparenz sich nicht weiter angenähert haben. So stellt die Union nach wie vor die Notwendigkeit eines Lobbyistenregisters in Frage – die SPD hingegen hat ein solches als Ziel in ihr Wahlprogramm aufgenommen. Zu der Anhörung waren Wissenschaftler, Vertreter der Organisationen Lobbycontrol und Transpareny International, der Vizepräsident des Bundesrechnungshofs Norbert Hauser und der ehemalige Staatssekretär im Bundesinnenministerium Johann Hahlen geladen. Vertreter der Lobbyistenorganisationen wie der Deutschen Gesellschaft für Politikberatung wurden nicht angehört. Die Stellungnahmen sind auf der Webseite des Deutschen Bundestages nachzulesen.

Einfluss der Unternehmenskommunikation wächst in der Krise

Die Funktion der Unternehmenskommunikation hat im Krisenjahr 2008 weiter an Umfang, Status und Einfluss gewonnen. Dies belegt eine internationale Studie der Kommunikationsagentur Weber Shandwick und der Personalberatung Spencer Stuart.
Der Aufgabenumfang der CCOs hat sich in den vergangenen zwölf Monaten deutlich erweitert:
Fast die Hälfte der Befragten (48%) – im Vergleich zu nur einem Drittel im Vorjahr – führt Kompetenz im Bereich Krisen- und Issues Management als unverzichtbare Voraussetzung für ihre Tätigkeit an.
Als wichtigster neuer Aufgabenbereich werden Social Media identifiziert. In der bisherigen Anwendung neuer Medien haben europäische CCOs im internationalen Vergleich jedoch noch starken Nachholbedarf: Nur sieben Prozent nennen Social Media als eine der am meisten genutzten Kommunikationsressourcen. Dennoch wird weltweit erwartet, dass 2009 Social Media und Blogs als Kommunikationsinstrumente am stärksten an Bedeutung gewinnen.
In Sachen Reputationsmanagement hingegen hat sich 2008 in Europa mehr getan als in den USA: Nachdem im vergangenen Jahr ein Drittel der Befragten die Reputationspflege als wichtigste kommunikative Priorität für 2008 identifiziert hatte, nahm jeder fünfte europäische CCO (20%) den Bereich Reputationsmanagement tatsächlich neu in sein Aufgabengebiet auf. In den USA taten dies nur fünf Prozent der befragten CCOs.
Befragt wurden in Zusammenarbeit mit KRC Research 159 Leiter der Unternehmenskommunikation in Europa, den USA und dem asiatisch-pazifischen Raum, deren Firmen zu 84 Prozent zu den umsatzstarken Fortune 500 gehören.

Internationale PR: Ketchum und Pleon fusionieren

Ketchum, eine der größten PR-Agenturen weltweit, und Pleon, der europäische Marktführer, schließen sich zusammen – beide gehören zur US-Holding Omnicom. Seit dem 16. Juni entsteht damit eine der weltweit führenden und geografisch bestens aufgestellten Kommunikationsberatungen. Unternehmenszentrale bleibt New York, neuer europäischer Hauptsitz wird Düsseldorf. Weltweit werden in 66 Ländern mit 103 Büros mehr als 2.000 Mitarbeiter für die neue Kommunikationsberatung tätig sein. Mit dem Zusammenschluss baut Pleon seine Position als europäischer Marktführer konsequent aus. Das Unternehmen wird global unter der Marke Ketchum und in Europa einheitlich als Ketchum Pleon auftreten.
Ketchum und Pleon bauen auf einer erfolgreichen Geschäftsentwicklung auf: Im neuen Unternehmen werden sich die globale Managementkompetenz, die kooperative Kultur und Kreativität von Ketchum mit der unternehmerischen Orientierung sowie der strategischen Beratungs-Kompetenz von Pleon verbinden. Beide Partner sind für ihre erfolgreiche Arbeit lokal, regional und global wiederholt ausgezeichnet worden.
Das PR-Unternehmen zählt nach der Fusion zu den fünf größten Public-Relations-Agenturen der Welt. Der Umsatz wird auf 350 bis 400 Mio. Dollar (253 bis 289 Mio. Euro) geschätzt. Pleon (GPRA) war bisher ein Tochterunternehmen der Werbeagentur BBDO, arbeitete außereuropäisch mit der Omnicom-Tochter Brodeur zusammen und startete 1988 in Düsseldorf als Kohtes & Klewes. Der Weltmarkt für Public Relations wird angeführt von den Unternehmen Edelman, Fleishman Hillard, Weber Shandwick, Ketchum, Burson-Marsteller, Hill and Knowlton und Ogilvy PR.

Das EU-Lobbyregister kommt

Die EU-Kommission und das Europaparlament haben sich Ende April auf die Grundzüge eines gemeinsamen Lobbyregisters geeinigt. Lobbyisten müssen sich künftig öffentlich registrieren lassen, wenn sie eine dauerhafte Zugangsberechtigung zum EU-Parlament erhalten wollen, und sich zu einem Verhaltenskodex verpflichten. In der nächsten Legislaturperiode sollen diese Leitlinien umgesetzt werden.
Nichtregierungsorganisationen kritisierten die Maßnahmen. Die europaweite Allianz für Lobby-Transparenz und ethische Regeln begrüßte die Einführung des Registers, kritisierte aber, dass die Kontrolle weiterhin freiwillig sei.

Politisches Radar – Wahlkampfauswertung

Wie verbreitet sich ein Thema im Internet? Diese Frage soll die Internetseite Wahlradar beantworten. Wie auf einer dreidimensionalen Landkarte stellt die von den Agenturen Publicis Consultants Deutschland und Q – Agentur für Forschung geschaffene Internetseite die deutsche Polit-Blogosphäre und ihre Vernetzung dar.
Das Portal entstand in Kooperation mit dem Pariser Umfrage-Institut Linkfluence. Der Wahlradar soll die Karriere von Themen anhand der Verlinkungen im Netz nachvollziehbar machen. Die politische Ausrichtung der jeweiligen Webseite ist farblich gekennzeichnet. Auch ist eine grafische Auswertung von Kandidaten und Themen in klassischen und Neuen Medien verfügbar.
Ähnliche Webseiten gibt es in den USA bereits seit dem vergangenen Präsidentschaftswahlkampf. „In Frankreich lassen sich Minister die Erkenntnisse aus dem französischen Pendant als Tischvorlage reichen“, sagte ein Vertreter von Publicis Deutschland während der Präsentation des Wahlradars.

Studie: PR immer wichtiger

Die Rolle der Unternehmenskommunikation hat 2008 weiter an Umfang, Status und Einfluss gewonnen, so die Erkenntnis einer Studie der Kommunikationsagentur Weber Shandwick und der Personalberatung Spencer Stuart.
Demnach hat sich die Zahl der Aufgaben von Kommunikationschefs in den vergangenen zwölf Monaten erhöht. Nahezu die Hälfte der Befragten nannte Expertise im Krisen- und Issues Management als unverzichtbare Voraussetzung für ihre Tätigkeit. Wichtigster neuer Aufgabenbereich seien Social Media. Besonderes Augenmerk müssen Kommunikationsverantwortliche auch auf das Reputationsmanagement legen. Ein Drittel der Befragten hatte diese Disziplin im vergangenen Jahr als wichtigste kommunikative Priorität für 2008 bezeichnet. Jeder fünfte europäische Kommunikationschef nahm diesen Bereich in der Folge tatsächlich neu in sein Arbeitsgebiet auf.
Im Rahmen der Studie wurden 159 Leiter der Unternehmenskommunikation in Europa, den USA und dem asiatisch-pazifischen Raum befragt.

CHECKPOINT PA 2009 – Save the Date

Bereits zum vierten Mal vernetzt das Recruiting Event für die Public Affairs-Branche am 23. Oktober 2009 in Berlin Bewerber mit Arbeitgebern. In diesem Jahr können sich 200 ausgewählten Absolventen und Young Professionals die Top-Arbeitgebern der Branche kennen lernen, darunter: dimap communications, fischerAppelt, Johanssen+Kretschmer, init, PLEON, Scholz&Friends und wegewerk. Ab Juli ist eine Bewerbung auf der CHECKPOINT-Seite möglich. Einen kleinen Einblick geben die letztjährigen Schnappschüsse:
www.checkpoint-karrieretag.de

European Corporate Responsibility Award für Danone

Am 5. Februar verlieh die E-I Consulting Group erstmals den European Corporate Responsibility Award in Prag. Internationaler Gewinner war der französische Lebensmittel-Konzern Danone. Bei dem von IFOK organisierten Vorentscheid in Deutschland, an dem sich insgesamt 15 Unternehmen beteiligten, überzeugten auf europäischer Ebene die Konzerne BASF SE, Henkel AG & Co. KGaA sowie das Versicherungsunternehmen Allianz.
Die deutsche Jury unter Leitung des ehemaligen Bundesumweltministers Klaus Töpfer verlieh darüber hinaus am 11. März bei der internationalen Tourismusmesse ITB in Berlin einen nationalen Sonderpreis an forum anders reisen e.V. Der Wirtschaftsverband kleiner und mittelständischer Reiseveranstalter hat es sich zum Ziel gesetzt, mit einem neu entwickelten Zertifizierungsprozess einen nachhaltigen Tourismus als Branchenstandard zu etablieren.
Der von der E-I Consulting Group erstmals vergebene Award richtete sich an Unternehmen, die gesellschaftliche Verantwortung – oder Corporate Responsibilty (CR) – als wesentlichen Aspekt ihrer Strategie und ihres Kerngeschäftes begreifen und ihre Nachhaltigkeitskonzepte dahingehend kontinuierlich weiterentwickeln. Die E-I Consulting Group ist ein Netzwerk europäischer Beratungsunternehmen, zu dem auch IFOK gehört.

7. Internationale Konferenz für Politische Kommunikation – Mehr als Web 2.0 – Innovationen und Trends in den USA und Europa

Kongress, Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung, Berlin, 21.-22. Juni 2009, mit Christian Kremer (stellv. Generalsekretär der EVP), Jim Margolis (Medienberater von Barack Obama), Prof. Karl Rudolf Korte (NRW School of Governance), Olivier Ubeda (Kommunikationsberater von Präsident Sarkozy) u.v.a.

Die Europa- und Kommunalwahlen sind ein wichtiger Meilenstein im Superwahljahr 2009. Mindestens so interessant wie Themen und politische Implikationen sind die Kampagnenstrategien und -techniken.

Deswegen zieht die Konrad-Adenauer-Stiftung vierzehn Tage nach den Wahlen eine Zwischenbilanz aus der Sicht der Wahlkämpfer. Dafür werden aktuelle Trends der Kampagnenkommunikation in ausgewählten europäischen Ländern und in den USA analysiert.

Beeinflusst vom amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf 2008 haben Kampagnenmacher in Deutschland und Europa neue Entwicklungen aufgegriffen und innovative Wege zur Mobilisierung von Wählern beschritten.

Wahlkampfexperten aus dem In- und Ausland werden Einblicke in ihre Arbeit sowie Kampagnen bieten und Best-Practice-Beispiele vorstellen. Mit Blick auf Kampagnenführung werden die Spezialisten über die verschiedenen Facetten moderner Wahlkämpfe sprechen und diese mit den Besuchern diskutieren – von der Identifizierung von Zielgruppen über die mediale Ansprache, Branding und Online-Vernetzung bis zur Schlussmobilisierung.

Die Konferenz wird in Kooperation mit Publicis Consultants durchgeführt und richtet sich an Interessierte aus Politik- und Kommunikationsberatung, Medien, Parteien und Wissenschaft.

Personalauswahl oft unprofessionell

Übereilte Entscheidungen, falsche Selbsteinschätzungen der Interviewer, mangelnde Kenntnisse der Rechtslage: Das ist das Urteil einer internationalen Studie über Personalauswahl des Beratungsunternehmens DDI. Knapp die Hälfte der 1.900 befragten Interviewer entscheidet sich in weniger als 30 Minuten für oder gegen einen Kandidaten. Deutsche Personaler scheiden dabei noch vergleichsweise gut ab. 66 Prozent nehmen sich für eine Personalentscheidung mehr als 30 Minuten, 25 Prozent mehr als eine Stunde Zeit.
Die Fragen, die im Bewerbungsgespräch von Rechts wegen verboten sind, kennen aber 60 Prozent der Interviewer nicht. 96 Prozent der deutschen Befragten wussten nicht, dass Fragen nach Familienstand und Alter unzulässig sind. Knapp mehr als die Hälfte hält laut der Studie Fragen nach ethnischer Herkunft und religiöser Zugehörigkeit für zulässig.
Die Mehrheit der Befragten schätzte die eigene Leistung in Bewerbungsgesprächen als gut bis sehr gut ein. Allerdings haben 48 Prozent nur ein informelles „training on the job“ durchlaufen und 16 Prozent gar keine Ausbildung absolviert.

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